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Lange-Rötter-Str. : Raum für Fuß- und Radverkehr, Qualität für öffentlichen Raum

Die Lange-Rötter-Str. ist die zentrale Achse in der Neckarstadt-Ost. Schule, Kindergarten, Kirchengemeinde und zahlreiche Geschäfte, Cafes, Kneipen machen die Straße beliebt und belebt. Rad- und Fußverkehr sind enorm hoch.

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Zu jedem öffentlichen Fest und Festival, das in Mannheim stattfindet und von der Stadt bezuschusst wird, bedingt die Stadt ein Pflichtprogramm an Künstler und Kuratoren, getragen auf 2 Säulen.

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Die Mannheimer Innenstadt wird (schrittweise) autofrei!

Nachdem der PARKing Day Mannheim am 21.09.2019 für solch eine Begeisterung, so viele lachende Kinderherzen, Spiel, Spaß, Bürgerdialoge und vor allem zu sehr viel Ruhe und Entspannung geführt hat, will ich nun die Debatte der AUTOFREIEN INNENSTADT weiter anstoßen. Denn auch wenn einige PKW-FahrerInnen vor P2/Q3 genervt waren, dass die Fressgasse ab hier für den Autoverkehr gesperrt war, beschwert hat sich beim PARKing Day selbst niemand, als die Menschen das Ausmaß der positiven Veränderungen in der Fressgasse gesehen haben.

Ich arbeite in der Mannheimer Innenstadt und fahre jeden Tag mit dem Fahrrad in und durch diese. Es geht mir mittlerweile massiv auf die Nerven, dass die komplette Innenstadt (auch die angebliche Fußgängerzone) voll mit Autos ist. Hier muss sich endlich etwas ändern!

Ja es gibt Vorbehalte gegenüber der Idee der autofreien Innenstadt (Hallo liebe Werbegemeinschaft Mannheim City e.V. :-)). Ich kann jedoch alle BürgerInnen, PolitikerInnen und Interessengemeinschaften der Stadt Mannheim beruhigen, dass durch eine autofreie Innenstadt niemand zu Schaden kommen wird. Im Gegenteil, die Stadt wird aufblühen und so sehr an Lebens- und Aufenthaltsqualität gewinnen, dass es für alle eine Freude sein wird!

Darüber hinaus würde eine autofreie Innenstadt zudem bei der Reduktion der Treibhausgase helfen, denn durch diese Signalwirkung würde stadtweit UND über die Grenzen von Mannheim hinaus das Bewusstsein geschaffen werden, dass man nicht überall mit dem Auto hinfahren muss. Eine autofreie Innenstadt hätte eine große Symbolwirkung hin zur Verkehrswende, viele Autofahrten würden überflüssig werden und somit eben Emissionen vermieden werden.

Es ist mir auch bewusst, dass ein sofortiger Schnitt mit dem derzeitigen Verkehrskonzept in der Innenstadt politisch nicht durchsetzbar ist (auch wenn ich mir dies persönlich natürlich wünschen würde). Darum habe ich hier einige Vorschläge für einen Stufenplan, mit dem wir der autofreien Mannheimer Innenstadt Innenstadt Schritt für Schritt näherkommen können. Einen konkreten Zeitplan habe ich nicht erarbeitet. Denn es hängt schwer davon ab, wie schnell der Gemeinderat entsprechende Schritte angehen will. Grundsätzlich kann ich mir persönlich jedoch auf Grundlage dieser Punkte eine in großen Teilen autofreie Innenstadt bis 2025 vorstellen:

1. Als ersten Schritt sollten die vier Viertel der Quadrate für die Autodurchfahrt gesperrt werden. Als ein Stadtbeispiel ist hier Groningen/NL zu nennen: Deren Innenstadt hat eine ähnliche Struktur wie Mannheim und hat diesen Schritt 1977 bereits durchgeführt: Autos können jeweils nur in ein ¼ der Innenstadt einfahren und müssen auf den Außenring, um in ein nächstes zu kommen: Ich schlage daher also vor, die Fressgasse ab der Breiten Straße an P1/Q1 sowie die Kunststraße ab C1/D1 und N1/O1 Paradeplatz für den PKW Durchfahrtsverkehr zu sperren. Die schönen versenkbaren Poller die an die Plankenflanken gesetzt werden wären hierfür wunderbar geeignet.

2. Inspiration für die Verkehrsführung der Innenstadt würde ich zudem aus dem „Superila“ Superblock-Konzept von Barcelona nehmen. Hierbei werden neun Stadtblocks die eine große Ähnlichkeit mit unseren Quadraten haben zu einem Superblock zusammengefasst in den zwar Anlieger-Autoverkehr einfahren kann, sich innerhalb des Quartiers jedoch nicht kreuzt. Abgewandelt wäre dieses Konzept auch für Mannheim sehr interessant.

3. Das Prinzip der Barcelona Superblocks sollte von Verkehrsplanern an die speziellen Mannheimer Bedingungen angepasst werden. Die Zu- und Abfahrten zu den Parkhäusern müssen in den ersten Phasen gewährleistet sein. Das wird zu einer besseren Nutzung der Parkhäuser beitragen und dadurch das Parken im öffentlichen Raum reduzieren. Dort soll Parken nur noch für Anwohner erlaubt sein und sich auf eine Straßenseite der engen Innenstadtstraßen beschränken. Dann ist genügend Platz alle Quadratestraßen für Fahrräder im Zweirichtungsverkehr zu öffnen.
Fun Fact: Lustigerweise haben sich die Verkehrsplaner aus Barcelona bei den „Superilas“ durch die Mannheimer Quadrate inspirieren lassen. Eine Delegation von Verkehrsplanern aus Barcelona war vor ein paar Jahren hier mal zu Gast.

4. Durchfahrtsverkehr für Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr muss selbstverständlich trotz aller autofreien Maßnahmen weiterhin gewährleistet werden. Der Lieferverkehr kann und sollte konsequenter Weise in Schritten jedoch auch aus den Quadraten verbannt werden. Dazu weiter unten beim Stichwort Logistic-Hubs mehr.

5. Unsere Parkhäuser sind über das ganze Jahr gesehen nur zu ca. 45% ausgelastet. Ebenfalls einer der ersten Schritte wäre es daher, den PKW-Verkehr konsequent in diese Parkhäuser zu leiten. Die Straßenparkplätze können dann rein zu Anwohnerparkplätzen umgewandelt werden. Noch besser wäre es natürlich, wenn Parkplätze zu Parklets, Fußgängerzonen, Fahrradwegen usw. umgewandelt werden. Meiner Meinung sollten Autos ebenso schnell wie möglich aus dem gesamten Innenstadtbild verschwinden.

6. Bei der Reduktion von Parkplätzen an den Innenstadtstraßen sollten meiner Meinung nach endlich die Bürgersteige wieder nur für die Fußgänger zur Verfügung stehen, so wie es die Straßenverkehrsordnung auch vorschreibt. Heute sind viele Quadratstraßen beidseitig als Parkplätze ausgewiesen. Entgegenkommende Eltern mit Kinderwägen und/oder Rollstuhlfahrende haben da allzu oft ein Platzproblem. Die Bürgersteige würden dann endlich wieder ihrem Namen gerecht werden. Ich schlage vor hierbei in der Anfangsphase lediglich Parkplätze an einem Fahrbahnrand, später di komplette Auflösung der Straßenrandparklätze.

7. Die freigewordenen Parkflächen können anhand der vielen Beispiele des World PARKing Day zu Parklets umgewandelt werden. Die Internetsuche gibt reichlich Auskunft über den Begriff „Parklet“ und „PARKing Day“.

8. Gleichzeitig müssen den Menschen jedoch Alternativen geschaffen werden. Park and-Ride Plätze deren Parktickets gleichzeitig kostenlose ÖPNV- oder Leihrad-Tickets für Fahrten in die Innenstadt sind müssen geschaffen werden. (Vorschläge hierfür: Parkplätze am Technoseum, auf dem Neuen Messplatz, bei der SAP Arena, an der Hochschule Mannheim oder im Handelshafen)

9. Darüber hinaus schlage ich vor das GreenCity Pilotprojekt dahingehend zu ändern, dass der ÖPNV in der Innenstadt für alle Menschen kostenlos genutzt werden kann. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass dies nicht von vorneherein umgesetzt wurde.

10. Außerdem schlage ich vor die Fußgängerzone in Abschnitten der vier Quadrate-Viertel auszuweiten sowie in alle Himmelsrichtungen Fahrradstraßen einzurichten.

11. Ein Tempolimit von 20 Km/h für alle VerkehrsteilnehmerInnen wäre ebenfalls erstrebenswert

12. Der Lieferverkehr durch PKW und LKW sollte schrittweise und soweit es geht reduziert werden. Möglich wird dies durch sogenannte LogisticHubs. Dies sind Umladezentren welche es ermöglichen, Waren auf Lastenfahrräder umzuladen. Mit der Förderung von entsprechenden Firmen sollte dies bis 2025 nahezu vollständig möglich sein. Im Rahmen des Mannheimer „Modellstadt“-Versuchs werden meines Wissens bereits finanzielle Fördermittel bezüglich der Umladung von Waren aus großen LKWs in kleine elektrisch betriebene Fahrzeuge an innenstadtnahen Hub in Feldversuche investiert. Das muss weiterentwickelt werden. (Beispiele für entsprechende Lastenräder/Anhänger mit der Möglichkeit von hohem Zuladevolumen wären: Radkutsche Musketier, Velove Amadeo, Carla Cargo).

13. Schrittweise sollten dann die öffentlichen und privaten Parkhäuser in der Innenstadt zurückgebaut und umgenutzt werden, sodass auch die Anwohner ihre Autos außerhalb der Innenstadt parken müssen, diese ebenfalls verbunden mit kostenlosen ÖPNV und Leihräder Tickets. Die frei werdenden Flächen könnten zu Wohnungen, Fahrradparkhäusern, Künstlerräumen, Spielplätzen oder auch coolen Undergrounddiscos umgewandelt werden. Hier wäre dann auch die Kreativität des Einzelhandels gefragt.

14. Den Innenstadtring um die Quadrate empfehle ich auf Tempo 30 Km/h zu entschleunigen sowie eine der beiden Autospuren in beide Richtungen zu einer Fahrradspur (Protected Bikelane) umzuwandeln. Mit dieser Maßnahme soll dann gewährleistet werden, dass auch größere Lastenfahrräder von dem normalen Fahrradverkehr überholt werden kann.

15. Weiter müssten dann aber auch die Fahrradwege vom Zentrum in die anderen Stadtteile verbreitert werden. Heute sind viele schon für schmalere Lastenräder zu schmal (Beispiel: Bakfiets Trike, Radkutsche Rapid). Dann schon heute sind viele Fahrradwege selbst für schmalere Lastenräder zu schmal (Beispiel: Bakfiets Trike, Radkutsche Rapid). Ganz davon abgesehen ist in einer autofreien Innenstadt langfristig mit einem massiven Anstieg des Fahrradverkehrs zu rechnen. Dies muss jährlich in die bauliche Verkehrslanung eingerechnet werden.

16. Für spätere Generationen sollten langfristig und schrittweise die öffentlichen und privaten Parkhäuser in der Innenstadt zurückgebaut und umgenutzt werden, sodass auch die AnwohnerInnen ihre Autos außerhalb der Innenstadt parken müssen. Diese ebenfalls verbunden mit kostenlosen ÖPNV und Leihräder Tickets und Lastenrad-Taxis. Die frei werdenden Flächen könnten zu Fahrradparkhäusern, Künstlerräumen, Spielplätzen oder auch coolen Undergrounddiscos umgewandelt werden (um nur einige Beispiele zu nennen. Hier wäre dann auch die Kreativität des Einzelhandels gefragt.

Ich hoffe durch diese konkreten Maßnahmenvorschläge wird deutlich, dass ein Wandel der Quadrate hin zu einer autofreien Zone möglich ist. Es ist daher naheliegend auch andere Stadtteilzentren in und um Mannheim autofrei zu gestalten. Es muss eben – wie so oft im Leben – eineR erst mal anfangen!

All diese Maßnahmen erfordern politischen Mut und Standhaftigkeit. Dies traue ich unserem Gemeinderat aber durchaus zu. Zunächst werden viele Menschen schreien, protestieren und Angst vor diesen Maßnahmen haben – das ist bei großen Veränderungen doch meistens der Fall. Doch wenn diese sich etabliert haben prophezeie ich, dass alle glücklich über diese Schritte sein werden. Und der Gemeinderat der diese Maßnahmen umgesetzt hat wird in die Geschichte eingehen. Karl Drais wäre dann sicherlich stolz!

Denn wie war es denn 1975 zur letzten BUGA in Mannheim (die älteren Semester werden sich erinnern). Damals schlug die BUGA-GmbH der Stadt vor, eine Fußgängerzone in der Innenstadt einzurichten. Erste Reaktionen, vor allem des Einzelhandels waren damals: „Bald wird es keinen Einzelhandel in der Mannheimer Innenstadt geben. Und wie sieht es heute aus? Ist die Innenstadt unattraktiv für den Einzelhandel? Will niemand hier Einkaufen? Haben die Mannheimer Quadrate an ihrem besonderen architektonischen Charme verloren? Leidet der Einzelhandel? NEIN!

Einen Slogan für die autofreie Innenstadt habe ich auch schon, gerne kann dieser direkt für das Projekt verwendet werden:
„Autofrei und Spaß dabei!“

Mit freundlichen Grüßen
Markus Schlegel
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ADFC Mannheim (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) – Bezirkssprecher für die Innenstadt
Versammlungsleiter des PARKing Day Mannheim am 21.09.2019
Vorstandsmitglied vom Gemeinschaftsgarten Lindenhof e.V.
Vereinsmitglied von LaMa – Dein Lastenvelo Mannheim e.V.

Stellungnahme der Verwaltung: 

Geplante Kosten: 87.000 €

Die Frage, wieviel Autoverkehr künftig in der Innenstadt nötig oder zulässig sein wird, ist ein wichtiger Teil der anstehenden Zieldiskussion im Rahmen des Masterplans Mobilität 2035. Auch der Gemeinderat befasst sich intensiv mit dem Thema.
Es soll eine Untersuchung beauftragt werden, die aufzeigt, welche Auswirkungen verschiedene Varianten von Verkehrsführungen auf die Quadrate haben.
Es ist aber auch drauf hinzuweisen, dass es derzeit ein Recht auf Erschließung (mit dem Auto) für Grundstückseigentümer gibt.

Auch ein City Hub-Modellprojekt wird im Rahmen der Modellstadt „Saubere Luft“ seitens FB 80 verfolgt – die Standortfrage ist jedoch nicht einfach zu lösen.

Mit dem Fokus auf Verbesserungen für den Fußverkehr und der Aufenthaltsqualität in den Quadraten wurde bereits 2016 ein Fußverkehrs-Check durchgeführt, der durch das Land Baden-Württemberg gefördert wurde. Dabei wurde ein Stadtteilrundgang und Workshops mit Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern veranstaltet. Das Thema „Verbesserung für Fußgänger durch Vermeiden von Gehwegparken“  ist eine effektive und kostengünstige Maßnahme, um die Situation für den Fußverkehr zu verbessern.
Anfang 2018 wurden als Modellversuch mehrere Straßenabschnitte (im Bereich M3/N3 – M5/N5, R3/S3, F2/G2 sowie G2/G3) überplant, bei denen ein hoher Einzelhandelsbesatz und die Funktion als Fußverkehrsachse vorlag und teilweise die nutzbare Gehwegbreite unter 1,80m lag. Die Parkstände wurden hier einseitig auf der Fahrbahn markiert und das Gehwegparken auf der gegenüberliegenden Seite mittels Pollern verhindert.
Der Modellversuch erhielt überwiegend eine positive Resonanz.

Die Verwaltung schlägt als Sofortmaßnahme vor:

Abschnitt             Kosten
H2/H3 – K2/K3    29.000 €
T2/T3 – Q2/Q3    31.000 €
N3/N4                  11.000 €
Q3/Q4                  8.000 €
Q4/Q5                  8.000 €
Gesamtkosten  87.000 €

Dieses Vorgehen soll auf weitere Straßenabschnitte ausgeweitet werden, die heute als wichtige Radquerverbindungen im Mischverkehr ausgewiesen sind (H2/H3 – K2/K3 und T2/T3 – Q2-Q3 sowie die Einzelhandelsnebenstraßen N3 /N4, Q3/Q4 und Q4/Q5), mit dem Ziel, nicht nur die Situation für den Fußverkehr, sondern auch für den Radverkehr zu verbessern.

 

 

Kommentare

Ein sehr guter Ansatz, was Markus Schlegel hier vorschlägt. Zusätzlich könnte bis zur tatsächlichen Umsetzung eine monatliche Erprobung der einzelnen Schritte vorgesehen werden - z.B. an einem Samstag im Monat wird nur noch die Zufahrt zu den Parkhäusern ermöglicht, alle anderen Straßen sind nicht mehr für PKW zugänglich. Oder eine Woche lang werden alle Querungen von Planken und Breiter Straße gesperrt (4 Viertel). Und ähnliche Teilschritte.

Manchmal braucht's wilde Ideen um zu neuen und guten Lösungen zu kommen. Es wird viel Kontra geben, aus Trägheit gegenüber Neuerungen, aber auch aus Sorge heraus. Die Sorgen muss man ernst nehmen und adressieren

Markus hat diese tolle und längst überfällige Idee für Lebensqualität und Klimaschutz ideal beschrieben und verdient breite Unterstützung! Bitte teilen und dafür stimmen!
Die Autos haben in der Innenstadt wirklich nix zu suchen - und wenn schon, dann rein in die Parkhäuser - das Blech will niemand sehen. Der knappe Lebensraum in der Mannheimer Innenstadt muss wieder von den Menschen und der Natur zurückerobert werden. So bekommt das Leben und der Verkehr in der Stadt wieder ein Gesicht - meins und vielleicht auch Deins! :-)

Auch ich stehe voll und ganz hinter Markus' Idee. Es ist unser Verantwortung für eine gute Lebensqualität jetzt und zukünftige Generationen zu sorgen.

Mannheim hat mehrere "grüne Lungen" und diese sollen nicht durch Autoabgase verpestet werden.

Ich finde dieses Konzept an sich sehr gut, allerdings finde ich, dass es sehr darauf ausgelegt ist, dass praktisch alle Innenstädtler Fahrrad fahren (wollen/können). Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die bspw von Pflegediensten zum Arzt ect. abgeholt werden, sind evtl. noch auf das Auto, das sie vor der Tür abholt, angewiesen. Anderes Beispiel sind Umzüge oder größere Anschaffungen, die man nicht mit dem Fahrrad bewältigen kann. Braucht man dann jedesmal eine extra Genehmigung, wenn man sich bspw. ein Möbelstück kauft und vor der Haustür parken will?!
Ich persönlich wohne in der Innenstadt, besitze kein Auto und möchte auch keins, aber ich stelle mir solche Situationen schwierig vor... Ich finde es sollte den Anwohnern nicht damit schwerer gemacht werden und vor allem auf körperlich eingeschränkte Personen Rücksicht genommen werden!
Wenn das alles berücksichtigt wird, unterstütze ich die Idee gern.

Ja es stimmt, dass ich einen starken Fokus auf Radverkehr gesetzt habe. Ich hätte die anderen Verkehrsarten noch mehr beleuchten sollen. Hier eine Ergänzung:
- Ich schlage neben der Stärkung des Fuß- und Radverkehrs vor allen auch den Ausbau des ÖPNV: Barrierefreie Bahnsteige, wesendlich größere Abteile für Menschen mit Einschränkungen und womöglich neue Linien (auch für Busse) durch und um die Quadrate
- Nicht alle Menschen mit Einschränkungen können mit den Öffis fahren, wie beispielsweise Menschen im Wachkoma oder mit Beatmungsapperaten). Wenn in der letzten Phase der Umgestaltung der Individualverkehr voll ausgeschlossen wird sollte man über ein entsprechendes Konzept Nachdenken. Ich empfehle tatsächlich spezielle Fahrgenehmigungen für Pflegetransporte oder - nach Möglichkeit spezielle Lastenräder zum Transport für Rollstuhlfahrende
- Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass die Stadt den Menschen gehören sollte. Deren Transportfahrzeuge sollen alle (längerfristig auch Fahrräder von den Straßenrädern verschwinden. Ich wünsche mir eine massive Aufrüstung von Parkhäusern: Innerhalb der Quadrate für Fahrräder, außerhalb der Quadrate für Automobile
- Meiner Meinung sollten PKWs und LKWs nicht perse verteufelt und verboten werden. Diese Fahrzeuge sind äußerst praktisch für Fernfahrten und Transporte zwischen dem Schiff- und Zugverkehr hin zu den Firmen, Logistikzentren und den schon genannten Logistic-Hubs (Logistikknoten für Ladtenradtransport). Der Autoverkehrs hat meiner Meinung nach aber nichts in unseren Stadtzentren, Wohngebieten und auf Pendlerstecken zu suchen. Es ist einfach zu pervers wie viel Platz diese Fahrzeuge verbrauchen und wie wenig effektiv diese genutzt werden
- Ich bin offen auf eine stetige Weiterentwicklung meines Konzepts. Dieses ist nicht endgültig und natürlich habe ich nicht alle Aspekte des Gesellschaften Lebens berücksichtigt. Ich erhebe zudem keinen Alleinanspruch auf das Konzept. Gerne kann dieses verbreitet werden (jedes Stadtzentrum der Welt hat es meiner Meinung nach nötig autofrei zu werden). Und wenn jemand dieses Konzept als seines verkauft, ist mir egalo, Hauptsache es bewegt sich was.

Autofrei und Spaß dabei!

Tolle Ideen. Vielen Dank.
Als flache Stadt hat Mannheim enorm viel Potenzial, Mobilität mit Fahrrad alltagstauglich zu gestalten. Natürlich muß man dennoch von außerhalb mit PKW anreisenden Gästen dann auch bequeme Möglichkeiten bieten. Warum nicht z. B. Beim Technoseum Park and Ride und kostenlosen Zubringer per Bahn in Stadt? Evtl Shuttle mit e bussen durch Augustaanlage? Sind ja nur 2km...
Ideen gibt es viele. Bitte endlich erkennbar anfangen.

Für solche Zwecke kann CarSharing genutzt werden, diese Autos hätten dann Park- und Zufahrtsrechte, wo andere Autos keine (mehr) haben. Die "JoeCars" vom Carsharing Anbieter Stadtmobil dürfen ja sinnvollerweise jetzt schon überall dort parken wo eigentlich nur Anwohnerparken ist.
Und für Pflegedienste und körperlich eingeschränkte Personen kann man sicher auch Lösungen finden.

Super Beitrag! Es ist bezeichnend, dass die sich Mehrheit aller Beiträge hier um das Thema Fahrradverkehr dreht.

Es gibt bereits Zahlen zu dem Thema:
https://www.welt.de/kmpkt/article200165650/Studie-in-Toronto-Radwege-sta...

Erfahrungswerte aus Antwerpen könnten auch interessant sein; hier kann man mit dem Rad durch die Einkaufsstraße fahren (also Tram, Fahrrad und Fußgänger gemeinsam!) und vor jedem Laden bequem parken und die Einkäufe aufs Rad packen. Bequemer und günstiger geht nicht.

Für viele keine Neuigkeit: Der größte Feind des Einzelhandels ist übrigens der Onlinehandel und nicht das Fahrrad ;-)

Endlich!

Warum muss man das Auto abschaffen, wenn man mehr kontrollieren und Strafen aussprechen könnte. Und sogar die Einnahmen erhöhen könnte. Sehe das fast jeden Tag in der Stadt. Ordnungsdienst überholt einen Fahrradfahrer mit dem Auto in der Fußgängerzone ohne ihn anzuhalten. Der Ordnungsdienst spaziert über den Marktplatz und übersieht mehrere Taubenfütterer.
Unser neues Freibad Wasserturmanlge kontrolliert auch niemand, obwohl an schönen , warmen Tagen an die hundert Leute mit Decken , Fahrräder und Essen auf der Grünanlage liegen. Aber der Ordnungsdienst fährt lieber mit dem Auto spazieren und muss sich nicht mit Leuten rumärgern, denn sie kriegen ja sowieso ihr Gehalt.

Diesen Slogan „Autofrei und Spaß dabei!“ hatte ich am 18. September auf Facebook im Kontext vom Park (-ing) Day gepostet. Wer von uns war mit dem Slogan früher dran?

Hallo Harry Profane,
vermutlich warst Du früher mit dem Slogan dran und ich mir ist er relativ zeitgleich eingefallen oder ich habe ihn nebenbei mal gelesen und habe ihn so übernommen . das weiß ich nicht mehr.
Entschuldige wenn ich ihn unrechtmäßig ohne Quellenangabe verwendet habe. Wäre es trotzdem für Dich in Ordnung, wenn ich ihn weiterhin im Kontext der Debatte "autofreie (Innen-) Stadt" verwende?

Hi Markus,
mir gefällt, dass der Dreiwörter auch anderen gefällt, war mir nur so „rausgerutscht“.
Also bitte als Slogan belassen.
Und nein, bloß keine Quellenangabe, ich bin lediglich Fiktion.
Sind wir beide nicht sogar FB-Freunde?
Grüße und viel Erfolg bei und mit dieser Aktion, Harry

Alles Autofrei! Zurück zu Ochs und Esel, für eine lebenswerte Zukunft!

Ich bin begeistert über diesen mutigen Ideenvorschlag! Es wäre toll, wenn Mannheim hier eine Vorreiter-Rolle einnehmen würde. Man muss Ideen einfach mal ausprobieren, ohne Angst vor Fehlern haben (und dann notfalls anpassen/korrigieren).
Vielen Dank für den Vorschlag, Markus!

Als Viel-Radfahrer kann ich einigen der Vorschläge zustimmen. Und ich werde auch für den Beitrag stimmen. Aber ich glaube nicht, dass die zeitliche Umsetzung (Abschluss der Idee binnen 2 Jahre) und die Kosten (500.000€) den Vorgaben und der Idee des Beteiligungshaushaltes gerecht werden. Viele andere Ideen hier würden auf der Strecke bleiben.

Als Projekt gehört das Thema „Autofreie Innenstadt“ auf jeden Fall dauerhaft in den Gemeinderat und in die Ausschüsse platziert. Ob es allerdings aktuell dort - oder auch bei einem evtl. Bürgerentscheid - eine Mehrheit hätte?

Finde ich alles gut: Die autofreie Innenstadt, ohne Parkhäuser, ist das Ziel.
Als Sofortmaßnahmen sollten noch Parkgebühren drastisch erhöht, Öffis billiger werden. Einbahnstraßen sollten für Radfahrende überall in beide Richtungen befahrbar sein.

Die autofreie Innenstadt ist eine wirklich gute Idee. Da ich nicht den Luxus habe, mit dem Fahrrad (aus Gründen der Entfernung, Kindertransport, unregelmäßige Arbeitszeiten) fahren zu können und mir der Weg in die Innenstadt künftig versperrt (oder erheblich verteuert) werden soll, werde ich meine bisherigen Tätigkeiten (Einkaufen, Bar- und Restaurantbesuche) wohl verlegen müssen. Dass man mich als rücksichtsvollen Autofahrer (der wenn es geht mit der Bahn fährt) so offensiv aus der Stadt ausschließt, halte ich für völlig falsch.
'
Aus diesem Grund fordere ich:
- keinen kostenlosen Nahverkehr in der Innenstadt (denn der wird durch alle Steuerzahler bezahlt und lockt die Fahrradfahrer nur unnötig in die Bahn)
- notwendige Infrastruktur (Museen, Bibliotheken, Verwaltungen) in die Bereiche der Stadt, die von ALLEN Nutzern erreicht werden können (auch ein Vor-Ort ist mit dem Fahrrad zu erreichen)
- Verbot jeglichen Lieferverkehrs, da dadurch die Anwohner der umliegenden Bereich unnötig belastet werden.

Ich bin nicht gegen eine fahrradfreundliche Stadt. Ich bin aber gehen eine Politik der Intoleranz von bestimmten Personen- (Interessengruppen) auf Kosten anderer Menschen: Früher gab es Rücksicht und man hat die Diskussion gesucht. Heute sucht man den Konflikt mit der Person, die anders denkt.

Verdichtet die Mannheimer Quadrate noch mehr! Denn wer jetzt andere Menschen verdrängt, der wird später durch andere Interessenten verdrängt.

Liebe Community,
ich habe festgetsellt, dass die Kommentare zu diesem Ideenvorschlag - wie auch zu ähnlichen Ideenvorschlägen des diesjährigen Beteiligungshaushalts recht kontorvers sind. Dies habe ich auch in den sozialen Medien (wie beispielsweise Facebook) festgestellt: Die CDU Mannheim hat Ende September das Konzept "der neuen Innenstadt " vorgestellt bei dem große Teile der Fressgasse und Kunststraße zur Fußgängerzone werden wollen => Es wird sehr emotional, gegensätzlich, angstfördernd und teils mit falschen Informationen diskutiert und Gegenstimmung gemacht. Dieses Vorgehen im Schutz des Bildschirms finde ich sehr schade.

Daher biete ich gerne an auch in die persönliche Diskussion zu gehen:
Wer sich mit mir über das Pro- und Kontra von Autoverkehr in unserem Stadtzentrum austauschen will, lade ich gerne ein sich mit mir bei der Critical Mass Mannheim zu treffen. Ich radel fast jeden Monat mit (dritter Freitag im Monat, Treffpunkt um 18:30 Uhr am Wasserturm).

Außerdem werde ich am Samstag, dem 26.10.2019 beim Urban Thinker Campus 3.0 im Stadthaus N1 teilnehmen. Dort will ich auch die Diskussion über die autofreie Innenstadt weiter anregen.

Ich freue mich über anregende und auch gerne kontroverse Diskussionen!

Mit freundlichen Grüßen
Markus Schlegel

Die Verkehrswende hin zum Fuß- und Radverkehr ist in Mannheim überfällig.

Die Kosten, das Radfahren in der Innenstadt sicherer zu machen, sind überschaubar.

Sehr gute und unterstützungswerte Vorschläge.
Es gibt bereits erprobte Beispiele weltweit, die Vorherrschaft des Autos in den (Innen)Städten zurückzudrängen.
Die Stadt Mannheim ist leider in diesem Gebiet noch ganz weit zurück.

Ei radikaler Vorschlag, der bereits bei ansatzweiser Umsetzung und Erprobung die Lebens- und Schlafqualität in den Quadraten erheblich verbessern würde. Solche Ideen sind alles andere als neu, aber dennoch kaum ernstgenommen von der breiten Bevölkerung. Daran kann dieses Projekt einiges ändern.

Super Idee! Viele Städte fahren gut damit, mehr Platz für die Menschen zu schaffen. Davon kann auch Mannheim nur profitieren.

Danke für die Erarbeitung dieses machbaren Konzepts. Bitte liebe Entscheidungsträger in Mannheim: setzen Sie das um! Fußgänger werden genauso wie Radfahrer davon profitieren.

Wie cool.

Ich wohne in der Innenstadt und nutze im Alltag fast gar nicht das Auto, verstehe jedoch dass es viele Menschen gibt die darauf angewiesen sind.
Meine Ideen zielen daher nicht unbedingt auf komplette Autofreiheit ab, gehen aber in die gleiche Richtung:
- Die Quadrate mit Ausnahme von ein paar Zufahrtsachsen/Einkaufsstraßen zu Anwohnerstraßen machen
- Es gibt im Moment nur sehr wenige Zebrastreifen, diese würden insbesondere auch Kindern/Schülern das Überqueren der Hauptverkehrsachen (z.B. Fressgasse) erleichtern
- Einrichtung von Fahrradstraßen und/oder Spielstraßen (z.B. im Bereich vor KiTas und Grundschulen)
- Verkehrsberuhigung, z.B. durch Versätze, insbesondere in den durch "Poser" gefährdeten Bereichen

Der Vorschlag liegt im Trend. Beim Bürgerbarometer des MM hat sich eine Mehrheit ebenfalls dafür ausgesprochen, die Autos aus der Innenstadt zu verbannen.

Die Stadtverwaltung schlägt hier eine Sofortmaßnahme vor. Mir ist nicht ganz klar, aus was diese Maßnahme besteht: aus den erwähnten Pollern um Gehwegparken zu verhindern? Das wäre ein erster Schritt, aber doch eher der sprichwörtliche "Tropfen auf den heißen Stein". Angesichts der zahlreichen und recht konkreten Vorschlägen von Markus Schlegel wäre es auch schade.

Ich hoffe, ich habe den Vorschlag der Sofortmaßnahme der Stadt missverstanden.

Die Kosten i.H.v. 87.000 EUR beziehen sich auf die in der Stellungnahme der Verwaltung vorgeschlagenen und beschriebenen Maßnahmen zur Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer zur Vermeidung von Gehwegparken.

Aktuell befassen sich Verwaltung und Gemeinderat intensiv mit dem Masterplan Mobilität, bei dem u.a. die Auswirkungen verschiedener Varianten von Verkehrsführungen auf die Innenstadt betrachtet werden, also auch die im genannten Vorschlag eingebrachten Ideen.

Maßnahmen, über die im Beteiligungshaushalt abgestimmt werden, sollen kurzfristig realisiert werden können und sich innerhalb des Gesamtbudgettopfes i.H.v. 500.000 EUR bewegen.

Vielen Dank für diese Überlegungen! Hoffentlich wird davon möglichst viel umgesetzt!

Ein riesengroßes Potential für Stadtmarketing, Tourismus und Lebensqualität!

Vielen Dank für die vielen Anregungen, durch Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt den Aufenthalt in derselben für Fußgänger und Radfahrer angenehmer und weniger gesundheitsschädlich zu gestalten. Ich hoffe, die Stadtverwaltung greift zumindest einige dieser Überlegungen auf und begnügt sich nicht mit dem Aufstellen einiger Poller.

ASAP