Darum geht es

Älteres Paar sitzt unter einem Sonnenschirm (istock/wavebreakmedia)

Häufigere und heftigere Hitzewellen im Sommer in Mannheim – Ältere Menschen und andere hitzegefährdete Gruppen sind besonders betroffen. Die Stadt Mannheim entwickelt einen Hitzeaktionsplan zur Abhilfe.

Die letzten Jahre haben gezeigt und alle spüren lassen, dass die Sommer wärmer werden, Hitzeperioden länger anhalten und infolgedessen die Nächte teilweise nicht mehr abkühlen. Diese Phasen sind für jede und jeden eine Belastung, die auch zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Um dieser Hitze besser begegnen zu können, möchte die Stadt Mannheim einen Mannheimer Hitzeaktionsplan erstellen. Er ist Teil des Forschungsprojekts „SMARTilience“  sowie der Maßnahmen des Konzepts „Anpassung an den Klimawandel in Mannheim“, das im April 2019 vom Gemeinderat verabschiedet wurde.

Was ist ein Hitzeaktionsplan?

Ein Hitzeaktionsplan ist ein Bündel an Maßnahmen, um gesundheitliche Hitzerisiken abzuwenden. Diese Maßnahmen treten im Falle einer Hitzewelle in Kraft bzw. bereiten die Bevölkerung auf Hitzewellen vor. Ziel des Hitzeaktionsplans ist es, die Bürger*innen über die gesundheitlichen Gefahren durch Hitze sowie über präventive Maßnahmen aufzuklären. Beispielsweise regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung und das richtige Lüften in der eigenen Wohnung tragen zum angenehmeren Wohlbefinden bei. Wie die Hitzewellen letztes Jahr gezeigt haben, kommt es bei den Rettungskräften an heißen Tagen zu einer 20-prozentigen Steigerung des Anrufe und zu einer 15-prozentigen Steigerung der Einsätze. Daher spielt die Zusammenarbeit von Netzwerken im Gesundheitswesen in diesem Fall eine wichtige Rolle. Durch eine festgelegte Kommunikationsstrategie, die im Hitzeaktionsplan definiert wird, sollen die Einsatzkräfte bei einer Hitzewelle koordiniert und effektiv reagieren.

Für wen ist der Hitzeaktionsplan? Wie werden die Zielgruppen beteiligt?

Eine große Belastung stellen Hitzewellen vor allem für ältere und kranke Menschen sowie für Pflegebedürftige und Kleinkinder dar, die bei hohen Temperaturen auf Unterstützung angewiesen sind. Man spricht daher auch von sogenannten hitzevulnerablen, hilflosen Gruppen. Die Stadt möchte deshalb mit dem Hitzeaktionsplan auf die Bedürfnisse aller Mannheimer*innen, aber insbesondere auf diese Zielgruppen eingehen.

Zur Erarbeitung des Hitzeaktionsplans werden Stadtteile und Einrichtungen identifiziert, in denen auf Hilfe angewiesene Menschen leben. Durch die richtige Kommunikation und Organisation während einer Hitzewelle sollen die Betroffenen gezielt zuhause oder in entsprechenden Einrichtungen wie Kitas, Krankenhäusern oder Pflegeheimen unterstützt werden. Aktuell wird mit Fachkräften im Gesundheitswesen gesprochen, die in unmittelbarem Kontakt mit den gefährdeten Gruppen stehen, um ihre Kenntnisse in den Hitzeaktionsplan einfließen zu lassen. Gleichzeitig sind aber auch alle Mannheimer*innen dazu aufgerufen, sich online über das Beteiligungsportal einzubringen.

Wie heiß war es die letzten Jahre in Mannheim?

Die beiden Sommer in den Jahren 2018 und 2019 haben in Mannheim Rekorde gebrochen. Von Juni bis August schwitzten die Mannheimer*innen in mehreren Hitzewellen bei über 30°C. Mit 39,5°C wurde 2019 der heißeste Tag in einem Juli in Mannheim seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1949 gemessen. Die immer häufiger und heftiger auftretenden Hitzewellen in unserer Region sind eine bereits deutlich spürbare Folge des Klimawandels.